A. Béla Fahidi
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Gödre * Gedri
"Schwäbische Türkei"

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und

Schnell-Info über
Gödre * Gedri

K2003-09-22_007

Scan1946 Gödre_LagePlan
Staat   Ungarn, Magyarország
Komitat (Regierungs-Bezirk),
megye
  Baranya
Komitat-Hauptstadt   Pécs (Fünfkirchen)
Teilorte von Gödre 2 Gödrekeresztúr (früher: Kiskersztúr)
Gödreszentmárton (früher: Szentmárton)
Einwohnerzahl 850
Personen (2015)
Größe
39,9
km² (Quadratkilometer)
Höhe
180
m ü. NN
Freundschaftsvertrag
2003
Aalen-Hofen mit Gödre

Geschichte
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Erstmals urkundlich erwähnt wird Gödre im Jahr 1472.

Um 1735 ist Gödre von Deutschen besiedelt worden.

Am 1. Dezember 1944 marschierten sowjetische Truppen in Gödre ein und veranlassten am 27. Dezember 1944 per Dekret die Deportation aller deutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und aller deutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren zur Zwangsarbeit in der Sowjetunion.

Im Jahr 1946 veranlasste die damalige kommunistische ungarischen Regierung die Vertreibung aller deutschsprachigen Bürger, „die sich zu ihrer deutschen Muttersprache bekennen und volksdeutscher Abstammung sind“ (Wortlaut der damaligen behördlichen Verfügung). Ihr Besitz wurde enteignet. Die Vertreibung gründete sich auf die Abkommen von Jalta und Potsdam, die das Schicksal Deutschlands und der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmen sollten.

Zwischen Aalen-Hofen und Gödre besteht seit 2003 ein Freundschaftsvertrag.
Die Bewohner der Orte von Hofen und Gödre treffen sich seither bei unterschiedlichen Veranstaltungen regelmäßig, abwechselnd in Hofen beziehungsweise in Gödre.


Familiennamen

Diese Namen stammen ausnahmslos aus unserer Familienchronik mit den Orten:
Gödre, Gödrekeresztúr (Kiskeresztúr) und Gödreszentmárton (Szentmárton).
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Albert, Amma, Andres, Andresz, Anstatt, Abgogast, Arnold
Babits, Baier,Baldauff, Bandl, Barsing, Bauer, Bäuerle, Baumgartner, Baumhakl, Bausch, Bayer, Bayerle, Beck, Beez, Belz, Berger, Bergmeister, Besenbacher, Bido, Birkenmayer, Bisswurm, Bitto, Blumenschein, Bock, Bodra, Bohn, Both, Brand, Brandauer, Brix, Bucks, Bukl, Busch
Cseteli, Csima, Csomor
Daler, Daum, Demmel, Denk, Denkinger, Derr, Deutsch, Disztl, Dorn, Dumbos, Dums
Eberhard, Ebert, Eicher, Elter, Engeszer, Even
Faller, Feder, Feld, Feser, Feudl, Fichter, Fillbeck, Fink, Fischer, Fischinger, Fladen, Folmer, Fraidl, Frantz, Frech, Frei, Freundl
Gaibl, Gallai, Gärtner, Gasz, Gedert, Gelencsér, Gessler, Götlinger, Gradvol, Groll, Grusling, Gungl, Gunst, Guth, Gyobalek
Haug, Haas, Haasz,, Haberstroh, Hackler, Haga, Hager, Handl, Hapli, Happ, Hartmann, Hartung, Haszlinger, Hauk, Hauser, Häussler, Hefler, Heiszer, Hell, Hennenberger, Herger, Herr, Hes, Hies, Hipp, Hirsch, Hirth, Hochbein, Höffl, Hoffmann Holak, Holowitz, Homann, Hönig, Horel, Horn, Hornung, Hortobágyi, Hucker, Hügl
Imhoff, Imhof
Jäger, Jauch, Jerger, Jobbágy, Jordan, Jost, Jung
Kaiser, Kalszter, Kantner, Kave, Keller, Keserü, Khul, Kichler, Kiefer, Kimmel, Kindig, Kindl, Kittl, Klaus, Klausz, Klein, Kleiner, Klits, Klotz, Knaittl, Kneidig, Kneidl, Kohner, Kolb, Kaller, Kapasz, Korb, Korner, Kraft, Kramer, Kraus, Krebs, Kros, Kunkenberger, Kult, Künsztler
Lemert, Lamgenbach, Lander, Langenbach, Langnas, Lauli, Leffler, Lefler, Legath, Lehmann, Lenginger, Lerch, Lieb, Lill, Link, Löcher, Löffler, Lorenz, Lovasi
Magenheimm Majer, Majerhoffer, Maltete, Marhoffer, Marquart, Mathis, Mauch, Mayer, Mayerhoffer, Maywald, Meczger, Meißinger, Merk, Mertz, Mess, Messinger, Mesz, Metelka, Metzger, Mezödi, Miehl, Midich, Miller, Moritz, Mühl, Müller, Mundszik, Mursan
Netzl, Neudörfer, Neumann, Niederholzer, Niedermaier, Niedermajer, Nun
Ohnmacht, Orgel, Orgl, Otto
Palantás, Pálmai, Pappert, Pari, Pauler, Pausch, Peringer, Pfaff, Pfeifer, Pfundstein, Pilgermajer, Pink, Plesz, Prikl, Puks, Pusch
Raab, Rafeisen, Raft, Rapp, Rasz, Rathgeber, Rau, Raufeisen, Rausch, Rein, Reinert, Reiter, Renner, Rick, Ridmann, Rieger, Rieker, Riem, Rinnenach, Rippl, Rittler, Roos, Roth, Ruff, Ruzsitska
Sárvári, Sauter, Sautner, Schaff, Schäffer, Schard, Schellhammer, Scherdan, Scherer, Schermann, Schiller, Schmelczer, Schmidt, Schneider, Schober, Schön, Schreck, Schreer, Schreiber, Schrenk, Schröck, Schaller, Schwarz, Schwarzkopf, Schweninger, Schwesin, Seifer, Seifert, Seiler, Selend, Selier, Siegl, Siller, Simon, Sommer, Spanenberger, Spatinger, Specht, Starcz, Staug, Steiner, Stiefel, Stier, Stocker, Storz, Sturm, Szalay, Szaum, Szauter, Szeifert
Taller, Tanner, Tekker, Terzki, Thal, Till, Tillmann, Tonesz, Tornau, Toth, Trapp, Trescher, Tretz, Tumpesz, Tumpes, Tums
Ullein, Ulrich, Ursprung
Viener, Vögelein, Vöglein, Vogt, Völker
Wahl, Waig, Wald, Wallinger, Walm, Walner, Walter, Walz, Weber, Weckerle, Wegerer, Weigand, Weimann, Weisz, Welczenbach, Welzenbach, Wengert, Werner, Westl, Wetzl, Widrauff, Wilhelm, Winter, Winterwerber, Wirth, Wismajer, Wittmer, Witzl, Wolf, Wolpert, Wunderlich
Zimber, Zimmermann, Zorn, Zwick
 


Dies Bedeutet, dass alle Familien oben  mit uns verwandt sind:
  1. Wenn eine direkte Verwandschaft zu uns vorliegt.
  2. Wenn über Nebenlienien eine Verbindung vorliegt.


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Gödre
Durch Gödre führt die Nationalstraße Nr. 66.
Gödre liegt zwischen den Orten Baranyajenö und Szentbalázs.
Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich zehn Kilometer östlich in der Stadt
Sásd.

Deportation aus Gödre 1944
Die Deportation aus Gödre am 27. Dezember 1944

Kurz nach dem Einmarsch der sowjetischen Soldaten am 1. Dezember 1944 fand sehr schnell die Deportation statt. Diese Deportation von Gödre nach der Sowjetunion wurde am 27. Dezember 1944 durchgeführt.

Über ein Dekret der Behörden wurde die Deportation veranlaßt, wonach alle deutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und alle deutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren zur Zwangsarbeit "verschleppt" wurden.

Weitere Hinweise



Deportation * INFO * Deportation

Deportation (von lateinisch deportare: fortbringen), eine staatlich vorgenommene zwangsweise Verschleppung von Einzelpersonen oder Menschengruppen aus ihren angestammten Wohnsitzen an vorbestimmte Aufenthaltsorte.

Eine Deportation ("Verschleppung") kann der eigene Staat wie auch eine fremde Besatzungsmacht durchführen. Sie erfolgt in der Regel in entlegene Gebiete, die sich fernab der geschlossenen Siedlungsgebiete befinden. Im Unterschied beispielsweise zur Vertreibung bleiben die Deportierten in der Regel im Machtbereich des deportierenden Staates. Eine Deportation dient vornehmlich der strafweisen Verbannung oder der Zwangsarbeit. Sie wird sowohl in Friedens- wie auch in Kriegszeiten vor allem gegenüber nationalen, ethnischen oder politischen Minderheiten angewandt.
 

Wie im obigen Fall, in Gödre, sind total unschuldige Personen verschleppt und zur Zwangsarbeit "verurteilt" worden! Dies war menschenunwürdig.
Leider wurden die verantwortlichen Personen nicht zur Rechenschaft gezogen.

Zwangsarbeit, mit hoheitlichen Zwangsmitteln durchgesetzte Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Gemäß Artikel 4 der Europäischen Menschenrechtskonvention darf niemand zu Zwangsarbeiten herangezogen werden. Dasselbe ist in Artikel 12 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland geregelt.

Grundgesetz
Art. 12 GG
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden. 

(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. 

(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

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Vertreibung aus Gödre und Baranyajenö 1946
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Von Adam Brunner, Lauda-Königshofen, 2006
Dieser Bericht wurde gekürzt und erweitert.
Original-Version! (bitte klicken)
Die Vertreibung aus Gödre und Baranyajenö vor 60 Jahren

„Es war einmal…“, so beginnt manches schöne Märchen. Doch die Vertreibung der Deutschen aus den ungarischen Dörfern Gödre und Baranyajenö in Transdanubien, dem Land jenseits der Donau in Südungarn ("Schwäbische Türkei") ist leider kein Märchen. Was ich hier niederschreibe ist die bittere Wahrheit.

Vor 60 Jahren, am 6. Juni 1946 wurden die Jenöer oder wie es hieß „die Leit aus Jeni“ von der damals kommunistischen ungarischen Regierung aus der angestammten Heimat, von Haus und Hof vertrieben. Die Verfügung der Behörden lautete: „Alle deutschsprachigen Bürger, die sich zu ihrer deutschen Muttersprache bekennen und volksdeutscher Abstammung sind, werden ausgewiesen, ihr Hab und Gut wird enteignet.“ Diese Verfügung gründete sich auf die Abkommen von Jalta und Potsdam, das das Schicksal Deutschlands und der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmen sollten. Doch schon lange vor dem Tag der endgültigen Ausweisung begann die Geschichte unserer Vertreibung. Es begann damit, dass fremde Familien, neu angesiedelte Ungarn, in unsere Häuser und Höfe einquartiert wurden und dort die Herrschaft übernahmen.

Dann kam die endgültige Vertreibung. Bereits ein paar Tage vor dem Ausweisungstermin wurde in Baranyajenö vom Kleinrichter (kisbiró) Stefan (István) Hügl, das war der Gemeindebüttel mit der Trommel, die Bekanntmachung unter lautem Trommelwirbel verkündet, wonach alle „Svábok“ (Schwaben), das heißt, alle deutschstämmigen Bewohner unseres Ortes zusammenpacken müssten. Ihr gesamter Hausrat und übriges Eigentum sollte enteignet werden. Pro Kopf durfte man lediglich 40 Kilogramm Reisegepäck mitnehmen. Diese Bekanntmachung wurde an diesem und dem folgenden Tag in deutscher und in ungarischer Sprache mehrmals verlesen. Dass gerade unsere Gemeinde für eine Deportation vorgeschlagen wurde, dafür sorgten ein Herr Szijártó und unser Arzt Dr. Biró, Allgemeinmediziner und Zahnarzt von Baranyajenö.

Dann war der Tag der Ausweisung gekommen. Die Behörden hatten eine Hundertschaft Rendörség (Polizei) aufgeboten, die die Straße säumten, damit niemand von den Deutschen zurückbleiben oder sich verstecken konnte, um so der Deportation zu entgehen. Nur ein paar wenige Familien, die entweder ungarische Namen trugen oder besondere „Beziehungen“ hatten, blieben von der Vertreibung verschont und durften daheim bleiben. Wir dagegen mussten nach Sásd, unserer damaligen Kreisstadt, zum Bahnhof fahren. Dies geschah natürlich in Polizeibegleitung, damit keiner zurück blieb. Teilweise fuhren wir mit den eigenen Pferden und Wagen zur Bahnstation und so mancher Ungar bot sich an, eine Familie mit deren Gespann zu kutschieren, weil er sich wohl erhoffte, den Wagen mitsamt den Pferden behalten zu dürfen. Wir durften den ehemals eigenen Wagen, die Sonntagskutsche verwenden, da sich ja die ungarischen Frontsoldaten bei ihrem Rückzug vor den anrückenden Russen, unseren Bauernwagen und unsere Pferde unter den Nagel gerissen hatten. Die Sonntagskutsche war mit unseren wenigen Habseligkeiten, zugegeben etwas mehr als 40 Kilogramm pro Person, beladen und wurde, oh welche Ehre, vom Forstmeister selbst gefahren. Allerdings, so nehme ich an, wollte er damit lediglich vermeiden, dass das Gespann in die falschen Hände kam.

In Sásd an der Bahnstation erwartete uns eine lange Reihe geschlossener Viehwaggons. Innen hatte man Stroh auf den Boden gestreut. Das Stroh war alt und roch nach feuchtem Moder. Dort hinein mussten wir unsere Habseligkeiten verladen. Wir waren zehn Familien, 40 Personen mit Gepäck in einem Waggon. Dies sollte für die nächsten Tage und Nächte unser Zuhause werden. Keiner von uns wusste, wie lange die Fahrt dauern würde und wohin es gehen sollte. Eineinhalb Jahre vorher hatte es schon einmal ein Dekret der Behörden gegeben, wonach alle deutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und alle deutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren nach Russland zur Zwangsarbeit deportiert wurden. Wir hatten große Angst, denn zunächst hieß es, der Transport sollte nach Osten, nach Rumänien gehen. Dann hieß es nach Westen und schließlich doch wieder nach Osten, weil scheinbar eine Eisenbahnbrücke gesprengt sein sollte.

Schließlich ging es dann doch weiter Richtung Westen bis zur österreichisch-ungarischen Grenze, bis Harka-Kopháza, in der Nähe von Sopron, der letzten ungarischen Stadt vor der Grenze. Die ungarische Lokomotive wurde abgekuppelt und weggefahren. Unsere Waggons lies man auf einem Nebengleis stehen. Eine Woche lang standen wir auf dem Gleis und niemand kümmerte sich um uns. Eine große Anzahl Polizisten war ebenfalls zu unserer Bewachung mit im Zug und diesen gingen bald die Vorräte aus, weil sie mit diesem Zwangsaufenthalt nicht gerechnet hatten. So mussten unsere Bewacher bei uns um Nahrung betteln, damit sie nicht verhungerten. Nach einer Woche kamen schließlich zwei englische Offiziere und es gab eine lebhafte Debatte mit unseren Bewachern. Daraufhin kam eine geeignete Lokomotive aus Österreich und zog unseren Konvoi weiter nach Österreich, bis Wiener-Neustadt. Dort gab es wieder einen ungeplanten Aufenthalt, weil die Lokomotive ihren Geist aufgab.

Von den zahlreichen Wachleuten waren inzwischen nur noch sechs übrig geblieben, denn alle anderen hatten sich eines Nachts, nach dem Eintreffen der beiden englischen Offiziere, heimlich davon gemacht. Mit diesen restlichen sechs Polizisten gingen wir von da an eine Zwangsgemeinschaft ein. Wir die Ausgewiesenen verpflegten sie. Nun sollte es sich als Glück erweisen, dass alle Familien mehr Lebensmittel dabei hatten, als eigentlich erlaubt gewesen war, denn von außen bekamen wir keinerlei Hilfe. Auch wussten wir immer noch nicht, wohin sie uns brachten, denn wir befanden uns immer noch in der russisch besetzten Zone. Erst als wir den österreichischen Fluss Enns überquerten und damit die amerikanische Zone erreichten, wurde uns zu unserer Erleichterung klar, dass wir nicht nach Russland verschleppt, sondern in Richtung Westen nach Deutschlands gefahren werden sollten.

An der deutschen Grenze, im Lager Piding in der Nähe von Salzburg, erfolgte der nächste Aufenthalt. Hier wurden wir alle „entlaust“ bevor wir nach Deutschland einreisen durften. Inzwischen war auch durchgesickert, dass wir in Deutschland, in der amerikanischen Zone untergebracht werden sollten.

Es sei noch vermerkt, dass wir aus Baranyajenö und Gödre der letzte Transport aus Ungarn waren, die in den Westen, in die von den Amerikanern besetzte Zone Deutschlands, untergebracht wurden. Alle Transporte die nach uns kamen wurden in die von den Russen besetzte Zone geleitet.

Es ging nun zügig weiter bis nach Wasseralfingen bei Aalen in der Ostalb. Dort verbrachten wir weitere 14 Tage in einem Barackenlager, das Ruckenlager genannt wurde. Von der Lagerleitung wurden alle gefragt, wo ihre Neigungen und Fähigkeiten lagen. Meine Eltern entschieden sich für die Landwirtschaft, für das Arbeiten auf einem Bauernhof. Alle Familien, die sich nicht für die Landwirtschaft entschieden, kamen nach Ellwangen oder Bopfingen am Ipf und wurden dort bei der Stadtbevölkerung einquartiert. Einige kamen auch nach Aalen oder wurden in verschiedene Dörfer auf dem Härtsfeld verteilt. Zusammen mit den Deutschen aus Baranyajenö wurden auch Familien aus dem Nachbarort Gödre (Gedri) vertrieben. Gemeinsam mit einigen Familien von ihnen wurden wir zunächst in der Gemeinde Hüttlingen im dortigen Schulhaus in einem Klassenzimmer untergebracht. Auf dem Fußboden lag Stroh. Diesen Raum hatten vor uns schon andere Flüchtlinge bewohnt. 

Mein Vater vertrat inzwischen den Standpunkt, es sei egal, was er arbeiten müsse, nur hungern wolle er nicht mehr, denn Hunger tat sehr weh und in der russischen Kriegsgefangenschaft war er beinahe verhungert.

Von Hüttlingen verteilte man uns weiter auf einen Aussiedlerhof nach Mittellengenfeld, das ebenfalls zur Gemeinde Hüttlingen gehört. Dort quartierte man uns bei der Bauernfamilie des Andreas Schmid ein. Wir bekamen ein Zimmer, die Knechtskammer zugewiesen. Diese Kammer mussten wir uns zu dritt teilen, später sogar zu viert, als meine Urgroßmutter von Ungarn in die spätere DDR ausgewiesen wurde und von dort schließlich zu uns kam.

Zusammen mit zwei weiteren Familien mussten wir auf dem Bauernhof mitarbeiten. Doch wenn wir auch hart arbeiten mussten, waren wir doch der Familie Schmid zu großem Dank verpflichtet. Wir hatten alle ein Dach über dem Kopf und mussten nicht in einem Barackenlager wohnen, außerdem hatten wir immer genügend zu essen. Zuerst waren wir nur die „Flüchtlinge“ aber bald schon konnten wir uns auch persönliche Anerkennung erarbeiten.

Ich hatte das Glück, bereits nach einem Monat eine Lehrstelle in Aalen zu finden, wo ich meine bereits in Ungarn begonnene Elektrikerlehre fortsetzen konnte. Auch mein Vater bekam eine Anstellung in einer Fabrik, während meine Mutter weiter als Magd auf dem Bauernhof arbeitete, solange wir dort wohnten. Insgesamt sieben Jahre verbrachten wir auf dem Hof der Familie Schmid, bis wir in unser eigenes Haus in Hüttlingen umziehen konnten, das wir inzwischen erstellt hatten. Während jeder freien Zeit arbeiteten wir beim Bauern. Ich reparierte Maschinen, Geräte, Motoren sowie alle sonstigen elektrischen Einrichtungen und mein Vater dengelte Sensen und schärfte Sicheln und Mähmaschinenmesser. Auch bei der Getreideernte arbeiteten wir mit. Die Zeit war damals allgemein sehr hart und die Bevölkerung in den Städten hatte nicht genug zu essen. Wir hatten jedoch Glück, weil wir auf einem Bauernhof wohnten und so konnte ich bei meiner Arbeitsstelle noch so manchen Kollegen mit einem zusätzlichen Vesperbrot versorgen, was mir dort große Achtung und Beliebtheit einbrachte. Die Vesperbrote hatte mir meine Mutter gerichtet. Die Bäuerin wusste davon und tolerierte dies. 

Wenn wir mit der Elektrikerkolonne auf Montage waren, fiel mir immer die Aufgabe zu, in den Dörfern, wo wir die elektrischen Leitungen verlegten, für Quartier und Verpflegung zu sorgen. Ich konnte besonders gut mit den Bauersleuten verhandeln, weil ich „ihre Sprache sprach“ und wenn sie hörten, dass ich auf einem großen Bauernhof wohnte und in meiner Freizeit dort mitarbeitete, standen uns Türen und Tore offen.

Mit der Zeit erhielten wir auch die behördliche Anerkennung. Vom Landratsamt bekamen wir Flüchtlingsausweise und wurden gemäß dem neuen Grundgesetz, der noch jungen Bundesrepublik Deutschland, den deutschen Staatsangehörigen rechtlich gleichgestellt. Wir erhielten Lebensmittelkarten und sowohl ich als Handwerker, wie auch mein Vater als Fabrikarbeiter, hatten auch noch Anrecht auf Schwerarbeiter-Zulagenkarten, sowie Bezugsscheine für Kleidung, Haushaltsgeräte und Fahrradreifen. Da wir jedoch vom Bauernhof her mit Lebensmittel versorgt waren, konnten wir unsere übrigen Bezugsscheine, sowie Schmalz und Mehl in der Stadt gegen Kleidung und Unterwäsche auf dem Schwarzmarkt eintauschen. Es war die Zeit der Inflation und mit solchen Tauschartikeln konnte man mehr anfangen als mit Geld, das von Tag zu Tag weniger Wert war.

Doch dann kam 1948 die Währungsreform mit der Deutschen Mark. Wir waren inzwischen als Deutsche anerkannt, wohnten in unserem eigenen Haus und konnten auch am deutschen Wirtschaftswunder teilnehmen. Der Wiederaufbau hatte begonnen und brachte auch uns einen gewissen Wohlstand.

Aus heutiger Sicht wäre es sicherlich interessant zu wissen, wie sich unser Leben und auch das, unserer Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, entwickelt hätte, wären wir damals aus unserer Heimat Ungarn nicht vetrieben worden. Doch das werden wir wohl nie erfahren.

Aus der Erinnerung aufgeschrieben (2006) von
Adam Brunner, Fröbelweg 9, D-97922 Lauda-Königshofen


Freundschaftsvertrag Aalen-Hofen mit Gödre ab 2003 
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T2011-03-27_2P_001
Hofen Gödrestraße
N1988-09-18_2N 026
Gödre Kirche
Zwischen Hofen und Gödre besteht seit 2003 ein Freundschaftsvertrag.
Die Bewohner der Orte von Hofen und Gödre treffen sich seither bei unterschiedlichen Veranstaltungen regelmäßig, abwechselnd in Hofen beziehungsweise in Gödre.

AltBürgermeister in Gödre Michael Kohner


Michael Kohner
 2016



Bus 1988

Begegung in Gödre in der Kirche im Juni 2016. Er erkannte mich (Fahidi Béla) in Erinnerung an die erste Begegnung von 1988. Seinerzeit wurde unsere Busgesellschaft von Bürgermeister Michael Kohner von der Gemeindeverwaltung aus Gödre begrüßt und betreut.


Gödre
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