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Collis "Winter-Halde"
1958-DIA

Collis "Sommer-Halde"
1959-DIA
Collis-Metall-Werke
Von Niko Schindelarz
 

Westhausen, 7. Juli 2008
Auszug aus GFS-Geschichte;
Eugen-Bolz-Realschule Ellwangen; Klasse 9
Um 1930 hatte Westhausen ca. 1400 Einwohner und war ein einfaches Bauerndorf. Der Ortsteil Reichenbach bestand sogar nur aus 13 Bauernhöfen einem Förster, einem Lebensmittelladen und einem Maler. Ministerialrat Dr. Hans Bode leitete das Reichswehrministerium in Berlin. Als Baurat wurde er beauftragt 30 Rüstungsbetriebe in Süddeutschland zu bauen. Sie sollten nicht in der Nähe von Städten sein und 100 km von den deutschen Landesgrenzen entfernt sein. Da er einen Diplomingenieur als Leiter des Werkes brauchte, traf er sich mit Herrn Dr. May und Herrn Dipl. Ing. Bolch in Schwäbisch Gmünd auf dem Bahnhof um von hier aus eine der vielen Waldschneisen – das Werk muss ja getarnt werden – auszusuchen. Dr. Bode kannte die Westhausener Gegend von der Jagd her sehr gut, da er öfters im 5 km entfernten Mohrenstetten im Urlaub war. Sie entschieden sich für den Waldeinschnitt oberhalb von Reichenbach.

Im Frühjahr 1935 entstand als erstes Gebäude am Waldrand der so genannte „Schiefe Winkel“, der als Planungsbüro diente. Meine Großeltern wohnten 1959/60 in dem Häuschen.

Gleichzeitig wurde Oberhalb der Baustelle ein Steinbruch angelegt, in dem der Kalkschotter zum Bau des Werks sowie dem Bau der Zufahrtsstraße, der Industriestraße, gebrochen wurde.

Am 23.12.1935 wurde Richtfest gefeiert und die Produktion konnte im Laufe des Jahres 1936 beginnen. Dr. May hatte ein patentiertes Verfahren entwickelt Kartuschen im so genannten Kaltziehverfahren spanlos zu formen. Dazu brauchte man bis zu 110 Tonnen schwere Schulerpressen. Diese wurden vom Bahnhof Westhausen mit Spezialfahrzeugen über die neu gebaute Industriestraße zum Werk transportiert.

Die Kartuschen wurden aus Messing und später aus Stahl gefertigt. Es waren Hülsen für Flak-Munition die dort in 5 verschiedenen Größen hergestellt wurden, die größten hatten ungefähr Hüfthöhe und hatten 10 cm Durchmesser. Die
Zünder allerdings wurden erst in Aalen eingebaut. Die Pressen machten einen ohrenbetäubenden Lärm, der bis in die weite Umgebung zu hören war.

Zur Tarnung wurde auf das Dach der Hallen eine 1mm dicke Kupferblechschicht gelegt und mit einer 1,5m dicken Schicht Erde bedeckt und darauf 2-3 m hohe Bäume gepflanzt. Die Hallen wurden dunkelgrau gestrichen. Andere Gebäude wie Kantine, Verwaltung, Garagen usw. wurden mit Tarnfarben gestrichen und mit Gebüsch oder Kletterpflanzen bepflanzt. Wege und Straßen wurden mit Tarnnetzen überspannt. Herr Adolf Knaus der ehemalige Werksfahrer von Dr. May bestätigte die hervorragende Tarnung: „Einmal wurden 30 Flugzeuge losgeschickt mit dem Auftrag, das Werk aus der Luft zu fotografieren. Obwohl die Flugzeugführer Pläne dabei hatten, flogen 29 darüber, ohne das Werk zu entdecken, nur einer hatte es gefunden und dieser stammte aus Aalen.“ Ausschlaggebend war, dass das Werk aus der Luft für Fremde unerkennbar war, dank seiner perfekten Tarnung. Auch im öffentlichen Bereich wurde für Tarnung gesorgt, zum Beispiel wurde im Ort gesagt, es handele sich um eine Bonbon-Fabrik, wobei jeder wusste, dass es ein Rüstungsbetrieb war.

Auch strenge Gesetze wurden festgelegt, in den Hallen der Fabrik standen überall Schriftzüge: „Denk an deine Schweigepflicht!“ Denn es herrschte höchste Schweigepflicht für die Arbeiter, sie durften nicht einmal in ihren Familien irgendetwas über das Werk erzählen. Im § 89 der Betriebsordnung aus dem Jahre 1938 stand: “Wer es unternimmt, ein Staatsgeheimnis zu verraten, wird mit dem Tode bestraft.“

Für ständige Bewachung wurde auch gesorgt, zum Beispiel wurden alle Arbeiter jeden Morgen kontrolliert. Wenn jemand seinen Ausweis vergessen hatte, durfte er nicht aufs Werksgelände, auch wenn sich Wachmann und Arbeiter noch so gut kannten. Anfangs waren Tag und Nacht ständig vier bewaffnete Wachmänner mit Hunden rund ums Gelände unterwegs, später zu Kriegszeiten waren es mindestens zehn. Auch wenn jemand nur im Wald in der Nähe einen Spaziergang machte, wurde die Person sofort festgenommen, in eine kleine Zelle an der Pforte gebracht und so lange kontrolliert bis die Identität wirklich sicher war und keine Gefahr bestand.

Die heutige Zaunanlage rund ums Werk stammt noch aus dem Jahre 1936. Beeindruckend sind auch die drei Bunker, in denen auch die Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen Schutz fand. Heute dienen die Räume teilweise als Lager. Beim Bau der Collis-Metall-Werke waren über 1000 Menschen beschäftigt. 1936 fing die Produktion von 35 000 Kartuschen pro Monat mit 450 Arbeitern an. Zwei Jahre später produzierten bereits 1200 Leute 100 000 im Monat. Die Menschen verdienten sehr gut, es wurde sogar einmal im Jahr ein zweitägiger Ausflug für die Arbeiter mit ihren Familien veranstaltet.

Zu Kriegszeiten arbeiteten über 2000 Menschen in dem Rüstungsbetrieb, von 400 000 geforderten Kartuschen im Monat schafften sie 350 000.

Für Westhausen heute noch von Bedeutung war der Bau des Freibades. Die Gemeinde brachte das Grundstück ein, die Collis Werke bezahlten den Bau. Im Werk zu arbeiten war also sehr attraktiv, es kamen viele Arbeiter nach Westhausen, die auch Wohnraum brauchten. Die Collis-Siedlung entstand in Reichenbach. Meine Großeltern kauften nach dem Krieg eines dieser typischen Fachwerkhäuser und wohnen heute noch darin. Mein Großvater sowie später auch mein Vater gingen von dort aus zur Arbeit in die ehemaligen Collis-Werke, diese Firma heißt heute Cooper Power Tools und stellt Werkzeuge her.
 

Quellen:
„Ortschronik Westhausen“ von Heini Brüstle
Betriebsordnung der Collis-Metall-Werke aus dem Jahre 1938
„Ende und Wende“ von Reinhold Maier
„Lippach“ von Franz Brenner
Führung durch die einstigen Collis-Werke durch Heini Brüstle am 26. 4. 2008
 

*Collis-Werke Westhausen*
Alte Bilder
Flugaufnahmen 1996



Links: A7 mit Tunnel-Eingang

Hardtbuck-Siedlung

1958-1959
Betrieb von Groz&Becker
1984-1987
Autobahn A7 Albaufstieg *Grenze zum Werksgelände*
Inhaber: Groß & Beckert
1958
1959
A7 Tunnel
*Grenze zum Werksgelände*
1984
1985
1996
Tunnel & DGD

1987 A7 Albaufstieg *Grenze zum Werksgelände*
"Westhausen*1957-2015"



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